Schmerztherapie Schulmedizinisch

Der Schmerz ist älter als die Menschheit. Er dürfte in seiner Ausprägung als

Sinnessystem in der Entwicklungsgeschichte spätestens mit den Säugetieren aufgetreten sein. 

Erst seit 1979 gibt es jedoch eine allseits anerkannte Definition des Schmerzes: "Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit einer ... Gewebeschädigung verknüpft ist oder mit den Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird" (Merskey et al. 1979). 

Nach langen Vorarbeiten wurde erst 1996 vom Deutschen Ärztetag

die Einführung der Zusatzbezeichnung "Spezielle Schmerztherapie" beschlossen, die durch eine einjährige praktische und theoretische Zusatzausbildung in einem anerkannten Schmerzzentrum erworbenwerden kann. 

 

Die "Spezielle Schmerztherapie" umfasst die fachgebietsbezogene Diagnostik und Therapie chronisch schmerzkranker Patienten, bei denen der Schmerz seine Leit- und Warnfunktion verloren und einen selbständigen Krankheitswert erlangt hat. 

Akuter Schmerz wird als unangenehme Empfindung mit begleitenden Körperreaktionen beschrieben und wird verursacht durch ein akutes Geschehen. 

Chronischer Schmerz ist der Schmerz, der länger als die erwartete normale Heilungszeit dauert. Bis zu 25% der Bevölkerung in westlichen Ländern leiden unter chronischen Schmerzen. Chronische Schmerzen führen zu häufigen Krankenhausaufenthalten, u.U. unnötigen Operationen und zur langfristigen Einnahme von Medikamenten. Nicht selten führen chronische Schmerzen zum Verlust an Lebensqualität und zu Störungen der sozialen Beziehung bis hin zu sozialer Isolation und Persönlichkeitsänderung. 

 

"Spezielle Schmerztherapie" fördert und erfordert einerseits eine fachübergreifende Kompetenz (Interdisziplinarität), erwartet andererseits aber vom Arzt nicht nur ausgeprägte "handwerkliche" sondern auch soziale Fähigkeiten. 

In dieser Praxis werden deshalb nach der Schmerzanalyse nicht nur körperlich orientierte Therapien wie Injektionen, Infusionen, Punktionen und chirotherapeutische Maßnahmen durchgeführt, sondern auch die Auswirkungen der Schmerzerkrankung auf den gesamten Menschen und seine Umwelt/seinen Alltag gewürdigt.

 

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